Juni6
dieses Mal ein Roman - schrecklich kitschig und furchtbar schön *schmacht*
“SOLANGE DU DA BIST” - von Marc Levy
Als ich anfing dieses Buch zu lesen war der erste Gedanke - wie abgefahren 
aber wie das mit Büchern manchmal so ist, steht man den Hauptpersonen am Ende manchmal näher wie sich selbst… *sooooscheeee*
*Worumsgeht*
Arthur, ein Architekt, findet in seinem Badezimmerschrank eine Frau - Es ist das Phantom einer Komapatientin - er ist der einzige, der diese Frau sehen kann - und (*schluchz*) er verliebt sich in sie… Als beschlossen wird, dem Leben der Komapatientin Lauren ein Ende zu setzen, entführt er den Körper der Frau aus dem Krankenhaus, um sein Phantom nicht zu verlieren. Die Story is einfach mal ne andere - und es gibt schließlich auch viel zu schmunzeln, weil er sich ja auch nich immer bewusst ist, dass außer ihm die Frau keiner sehen kann - wer auf leicht kitschig angehauchte Bücher steht ist hier ziemlich richtig… Und das Ende lass ich auch mal offen - vielleicht liests ja noch jemand
…und hier noch zwei *Abschnitte* aus dem Buch
“(…)”Ich denke mir, wenn man ein Stück seines Lebens mit jemandem gemeinsam gehen möchte, dann muß man aufhören, sich und anderen vorzumachen, daß eine Geschichte, in der man nicht wirklich bereit ist, auch zu geben, irgend etwas bedeuten kann. Mit den Fingerspitzen allein rührt man nicht an das Glück. Entweder man ist ein Geber oder ein Nehmer. Ich gebe erst, bevor ich nehme, aber ich habe entgültig abgeschlossen mit den Egoisten, den Komplizierten und denen, die mit ihren Gefühlen zu sparsam umgehen, um ihre Hoffnungen und Wünsche je erreichen zu können.” Sie habe schließlich begriffen, daß man sich an einem bestimmten Punkt seine eigenen Wahrheiten eingestehen und sich darüber klar werden müsse, was man vom Leben erwarte. Arthur fand diese Ansicht ziemlich extrem. “Ich wurde zu lange vom genauen Gegenteil meiner Träume angezogen, vom Gegensatz dessen, was gut für mich gewesen wäre, das ist alles”, gab sie zurück. (…)”
(”Solange du da bist”, Marc Levy - Seite 100f)
“(…) “Sie beschloß ihm eine Geschichte zu erzählen, ein Spiel, so sagte sie, um ihn zu zerstreuen. Er sollte sich vorstellen, daß er bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen hätte: Jeden Morgen würde ihm eine Bank ein Konto mit 86 400 Dollar zur Verfügung stehen. Doch wie jedes Spiel hatte auch dieses seine Regeln.
“Die erste Regel ist, daß dir alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgeben kannst, wieder weggenommen wird, du kannst nicht schummeln, du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen, du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet die Bank für dich ein neues Konto mit neuen 86 400 Dollar für den kommenden Tag.
Zweite Regel: Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden; zu jedwedem Zeitpunkt kann sie dir sagen, daß es vorbei ist, daß sie das Konto schließt und du kein neues mehr bekommen wirst. Was würdest du tun?”
Er verstand nicht so recht.
“Dabei ist es ganz einfach, es ist ein Spiel. Jeden Morgen beim Aufwachen bekommst du 86 400 Dollar, mit der einzigen Auflage, daß du sie im Laufe des Tages ausgeben und das übrige Geld, wenn du zu Bett gehst, wieder zurückgeben musst. Aber dieses Geschenk des Himmels oder dieses Spiel kann jeden Moment zu Ende sein, verstehst du? Die Frage ist jetzt: Was würdest du jetzt mit so einem Geschenk tun?”
Er antwortete ohne nachzudenken, daß er jeden Dollar dafür verwenden würde, sich selbst und den Menschen, die er liebte, eine Freude zu machen. Mit jedem Cent, den er von der magischen Bank erhielte, würde er sein Leben und das der Menschen in seiner Umgebung verschönern. “Auch das von Leuten, die ich nicht kenne, ganz gewiß, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß ich es schaffen würde, allein für mich und meine Freunde 86 400 Dollar pro Tag auszugeben. Aber worauf willst du hinaus?”
“Wir haben alle so eine magische Bank”, erwiderte Lauren, “es ist die Zeit! Das Füllhorn der Sekunden, die verstreichen! Jeden Morgen , wenn wir aufwachen, bekommen wir 86 400 Sekunden Leben für den Tag, und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt der Zauber von neuem, aber die Bank kann unser Konto zu jeder Zeit ohne Vorwarnung auflösen: Das Leben kann jeden Moment zu Ende sein.” (…)”
(”Solange du da bist”, Marc Levy - Seite 249ff)